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Häufig gestellte Fragen


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Waldgartenpilzkultur (Waga)

Ich habe die Waga letztes Frühjahr angelegt und noch keine Pilze geerntet, was kann ich tun?
Grundsätzlich ist diese neue Form des Hobbypilzanbaues sehr ertragssicher. Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten, überprüfen Sie bitte was in Ihrem Fall in Frage kommen könnte. Voraussetzung für einen Erfolg ist, dass die Anleitung befolgt wurde (was leider des öfteren nicht der Fall ist!).
Überpüfen Sie bitte vorab ob das weiße Pilzgeflecht ins Substrat eingewachsen ist. Einfach mit einem Spaten senkrecht einstechen und den Aushub genauestens kontrollieren. Sind weiße, oft sehr feine Pilzfäden zu erkennen, wachsen auch noch Pilze! Auch ein angenehmer Pilzgeruch ist ein positives Indiz. In diesem Fall liegt das Problem mit Sicherheit an Schnecken (siehe weiter unten)! Ist das Substrat grau und riecht muffig ist es abgestorben. In diesem Fall lesen Sie bitte was der Grund sein könnte.

a)Die Pilzbrut darf keinen (grünen) Schimmelbefall aufweisen, sondern muss hellgelb mit weisen Pilzfäden sein und angenehm nach Wald - (Pilzen) duften. Je nach Pilzart kann die Brut auch ganz weiß wie Quark aussehen, das ist ebenfalls in Ordnung.
b)Wenn es innerhalb kurzer Zeit (je nach Temperatur 2-3 Wochen) nach dem Anlegen sehr stark, oder sehr lange regnet, kann dies zum Absterben des noch im Wachstum befindlichen Pilzmyzels führen. Optimal ist es die Anlage in diesem Fall vorher abzudecken (z.B. Folie).
c)Demzufolge ist auch das gießen der Kultur nur schädlich, da das Pilzmyzel regelrecht erstickt bzw. ersäuft! Erst nach etwa 3 Monaten, wenn also die ersten Pilze zu erwarten sind, sollte die Luftfeuchtigkeit hoch sein.Dies wird optimal mit einer Folienhaube (mindestens 30cm Abstand zur Kultur) oder durch kurzes besprühen der Umgebung erreicht. Ein ständiges direktes beregnen der Kultur ist eher schädlich. Auch eine möglichst schattige Lage unter Büschen / Bäumen führt zur vorteilhaften hohen Luftfeuchtigkeit. Pilze wachsen auch ohne Gießen, nämlich dann, wenn die Natur für (Luft)-Feuchtigkeit sorgt, exakt wie im Wald!
d)Schnecken! Bitte sagen Sie nicht Sie haben keine Schnecken! Schnecken lieben Pilze, der Geruch des Pilzmyzels zieht sie an. Und Schnecken kommen genau dann, wenn Sie nicht nach Pilzen schauen, in der Nacht und wenn es regnet! Sie fressen die winzig kleine Pilzköpfe radikal auf, verschwinden wieder und Sie warten vergeblich!

Pilzanbau auf Laubholz

Kann ich sämtliches Holz verwenden?
Nein! Grundsätzlich nur Laubholz, da bei Nadelholz die Pilzbrut abstirbt. Wobei bis auf den Shiitake, der Eiche, Buche, Erle und Birke bevorzugt, sämtliche Laubhölzer für alle Pilzarten geeignet sind.
Welche Impfmethode ist die beste?
Die Art der Impfung ist nicht so wichtig, wenn man beachtet, dass die Brut möglichst schnell den gesamten Holzabschnitt besiedeln soll, bevor (Schimmel-)Pilze das Holz besiedeln! D.h. je nach Durchmesser und Länge sind bei der Schnittmethode 2 - 3 Einschnitte besser als 1. Bei der Holzdübelbrut sollte als Faustregel ca. 1Pg d.h. etwa 14 Stäbchen je Stamm geimpft werden. Wer die Scheibenmethode wählt, sollte am Besten beide Stirnseiten des Holzes beimpfen.
Wie lange darf das Holz gelagert sein, damit man es noch mit Erfolg verwenden kann?
Das hängt von mehreren Faktoren ab. Als Faustregel gilt: maximal 6 Monate nach dem Fällen, sollte das Laubholz beimpft werden. Liegt das Holz jedoch in der Sonne und zeigt tiefe Risse, dann muss es vor dem Impfen 1-2 Tage bewässert werden. Grundsätzlich ist Hartholz unempfindlicher als Weichholz, welches schneller von anderen Pilzen besiedelt wird.

Pilzanbau auf Strohballen

Man bekommt ja kaum noch Strohballen, was kann man machen?
Genau deshalb haben wir die Waldgartenpilzkultur entwickelt, bei der alles komplett geliefert wird. Strohballen oder Laubholz sind nicht mehr nötig, die Kultur wird direkt im Gartenboden angelegt.
Ist eigentlich jede Strohart gleich gut geeignet?
Außer Hafer, welches auf Grund seiner Struktur nicht so optimal ist, sind Roggen, Gerste oder Weizen gleich gut geeignet.
Wieso muss der Ballen solange gewässert werden?
Die Strohhalme sind von einer Wachsschicht umhüllt. Kaltes Wasser löst diese Schicht nur ganz langsam ab und erst dann durchfeuchtet der Ballen. Mit warmen Wasser geht dies natürlich wesentlich schneller. Nur wenn der gesamte Ballen genügend Wasser aufgenommen hat, kann sich das Pilzmyzel auch ausbreiten, ansonsten stirbt es ab.

Fertigkulturen

Brauchen die Pilze Licht?
Bis auf den Shiitake und den Kräuterseitling - die etwas Licht benötigen, wobei ein kleines Fenster oder eine Lichtquelle mit 40Watt ausreichen - benötigen alle anderen Kulturen fürs Haus kein Licht.
Ich habe bei meinen Kulturen wenig Ertrag, was sind eigentlich die wichtigsten Punkte?
Die wirklich konsequente Befolgung der Anleitung! Die 2 wichtigsten Faktoren sind dabei die Temperatur und die (Luft) - Feuchtigkeit. Einige Pilze wie der Toskana und der Kräuterseitling müssen unbedingt unter +20° gehalten werden, optimal ist dabei ca. +16°. Über +20° bringen diese beiden Arten so gut wie keinen Ertrag! Das 2. entscheidende Kriterium für einen guten Ertrag ist die hohe (Luft) - Feuchtigkeit, ohne die sich kein Pilz entwickeln kann. Es ist einmal die Feuchtigkeit, also der Wassergehalt im Substrat, ist der zu gering, können keine Pilze wachsen. Aber auch die Luftfeuchtigkeit muss relativ hoch sein (optimal je nach Pilzart bei 70% bis 90%), da die sich entwickelnden Pilze sonst klein bleiben, bzw. gar nicht weiter wachsen und vertrocknen. Beides ist nicht ganz einfach festzustellen. Ich empfehle deshalb unser Gewächshaus oder zumindest eine Art Folienhaube selbst zu basteln. Hohe Luftfeuchtigkeit ist dadurch sehr schnell und einfach zu erreichen. Schwieriger ist es für den Laien, den Wassergehalt im Substrat zu schätzen. Als Faustregel gilt, wenn die Kultur bei Einhaltung aller sonstigen Punkte (Anleitung!) wie Temperatur, Frischluft und Luftfeuchtigkeit, über einen längeren Zeitraum von mindestens 6 Wochen trotzdem keine - oder nur wenig und sehr kleine - Pilze hervorbringt, sollte diese für 24 Stunden in kaltes Wasser getaucht werden. Der Shiitake benötigt dieses Prozedere grundsätzlich um gute Erntewellen auszulösen! Man kann dies grundsätzlich mit allen Pilzarten machen, wobei es wichtig ist, nur kaltes Wasser (+12° bis max. +18°) zu verwenden! Damit die Kultur gut Wasser aufnehmen kann, sollte sie mit einer Stricknadel, Gabel o.ä. rundherum ca. 100 x angestochen werden. Wobei es völlig egal ist, wie tief Sie einstechen. Die Kultur sollte auch so beschwert werden, dass sie komplett ins Wasser getaucht ist! Nach dem Tauchen sollte die Kultur luftiger aufgestellt werden, was bedeutet dass der Deckel oder die Haube für 1-2 Tage weggelassen werden kann, bzw. mehrmals täglich gelüftet (abheben) werden sollte, da ansonsten die Kultur oberflächlich schimmeln könnte. Ist dies trotzdem der Fall, kann der Schimmel einfach mit einem nassen Tuch (evtl. mit Essig) abgewischt werden. Hat die Kultur genügend Feuchtigkeit aufgenommen, was am wesentlich höheren Gewicht leicht festgestellt werden kann, wachsen auch innerhalb 8-14 Tage Pilze.
Die Shiitakekultur ist ganz braun, ist das ok?
Dies ist arttypisch und völlig normal. Es zeigt den optimalen Reifezustand, erst dann wachsen nennenswert Pilze!
Bei meiner Champignonkultur wachsen viele kleine Pilze, aber sie werden nicht größer, verfärben sich dann braun und sterben ab! Was mache ich falsch?
Sie gießen entweder zuviel (auf einmal!) oder zu wenig. Beides führt zu diesen Symptomen. Meist wird - aus meiner 30jährigen Erfahrung - zuviel gegossen. Nur in etwa 10% der Fälle zuwenig. Als Faustregel gilt, sind die kleinen etwa erbsengroßen Pilze zu sehen, ganz wenig - höchstens 1 x am Tag - nur mit einem Wasserzerstäuber (Sprayer) vorsichtig fein vernebeln um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Keinesfalls jedoch mit einer Brause gießen, damit sterben die Pilze garantiert ab! Zu empfehlen ist unser Gewächshaus, da dort das Klima über lange Zeit optimal bleibt und Sie nur noch gießen wenn die Erntewelle vorüber ist. Grundsätzlich sollte man stets nach einer Erntwelle soviel (nach und nach, keinesfalls auf einmal) Wasser zugeben wie Pilze geerntet wurden, also z.B. 500gr Pilze = 1/2lit Wasser, da dieses Wasser ja die Pilze zum Wachsen benötigt haben (Champignon bestehen zu über 90% aus Wasser!).
Ich habe die Champignonkultur im Profi-Gewächshaus im Zimmer stehen, aber es wachsen nur ganz wenig Pilze, warum?
Die Champignonkultur steht zu warm! Champignons bilden sich nur unter +20°, optimal bei +14° bis +18°. Ist es wärmer als +20° wachsen evtl. am Anfang noch Pilze aber plötzlich keine mehr, oder nur ganz Vereinzelte! Deshalb unbedingt für eine gute Ernte die Kultur kühler stellen. Besser bei +12° als bei +20°. Die Pilze wachsen dann zwar sehr langsam, aber die Erntemenge und vor allem die Qualität wird super. Auch der einzelne Pilze wird wesentlich größer (bis zu 150gr) und knackiger! Frage: Ich habe die Kultur jetzt 6 Wochen und jetzt erscheinen plötzlich kleine Fliegen / Mücken. Wo kommen die her und was kann ich dagegen tun? Antwort: Die Mücken riechen das Substrat und werden dadurch angezogen, egal wo Sie die Kultur stehen haben. Der beste Schutz ist die Kultur kühl (was ja sowieso optimal ist!) bei +12° bis +16° zu lagern. Bei diesen Temperaturen vermehren sich die Mücken extrem langsam bis gar nicht. Ansonsten kann man einen Befall mit dem Staubsauger knapp über dem Substrat recht gut dezimieren!
Mein Substrat ist ganz weiß, ist das Schimmel?
Das ist völlig in Ordnung. Grundsätzlich ist weißes Geflecht stets der Kulturpilz. Ist die Kultur grün, bzw. grünblau, handelt es sich um Schimmel, der entfernt werden sollte.
Meine Champignons sind zuerst super gewachsen und ich hatte tolle Ernten. Jetzt wuchern sie plötzlich und wachsen völlig deformiert gar nicht mehr als Pilze erkennbar. Was ist das?
Es handelt sich um eine - für Menschen völlig harmlose - Bakterienkrankheit. Diese tritt sporadisch immer wieder mal auf und ist für den Laien nicht zu bekämpfen. Sie sollten die befallenen Pilze schon ganz klein komplett (ruhig mit etwas Erde) entfernen. Dabei möglichst sauber arbeiten um nicht andere Stellen zu infizieren. Oft verschwindet sie wieder.

Pilzbrut

Was gibt es für Brutformen, wie wird sie hergestellt und wo liegen die jeweiligen Nach- bzw. Vorteile?
Pilzbrut wird aus der sog. Mutterkultur hergestellt. Diese wird - vereinfacht - aus einem kräftigen gesunden Pilz gewonnen, indem ein Gewebestück des Pilzes auf einem Agar-Agar Nährboden aufgebracht wird. Der Nährboden wird in einem Brutschrank bei +25° gelagert und nach einiger Zeit hat sich das Pilzmyzel komplett ausgebreitet. Nun kann diese Mutterkultur wieder überimpft werden. Dies können Holzstäbe sein, mit denen dann die endgültigen Brutunterlagen wie Körner (Getreide), Strohhäcksel, Sägemehl oder Holzdübel weiterbeimpft wird. Dieser ganze Prozess muss unter absolut sterilen Bedingungen ablaufen, da sonst Schimmel alles zerstören würde.
Im Handel erhältlich ist so genannte Substratbrut = Stroh oder Sägemehl, Körnerbrut aus Weizen, o.a. Getreide und Holzstäbchenbrut (auch Dübelbrut genannt), diese werden aus kleinen Laubholzdübeln hergestellt. Grundsätzlich sind alle Brutformen in etwa gleich gut was den Gesamtertrag betrifft. Unterschiede gibt es bei der Empfindlichkeit, der Lagermöglichkeit und der Impfmethode.
Die Körnerbrut ist in jeder Hinsicht recht empfindlich, sowohl was den Versand, die Lagerung und die Verarbeitung betrifft. Treten beim Versand hohe Temperaturen auf (Sommer, Heizquelle), so kann dies die Brut abtöten. Die Lagerung über einen längeren Zeitraum sollte nur bei Kühlschrankbedingungen stattfinden. Auch beim Impfen muss vorsichtig gearbeitet werden um das Pilmyzel, welches nur an der Oberfläche der Körner haftet, nicht zu zerstören. Als Impfmethode beim Laubholz wird entweder die Scheiben- oder Einschnittmethode gewählt. Körnerbrut wird im Hobbyanbau selten verwendet, im Erwerbsanbau unter dementsprechend professionellen Bedingungen wird nur Körnerbrut eingesetzt.
Die Substratbrut ist dagegen in jeder Hinsicht recht unempfindlich. Sowohl höhere Temperaturen beim Versand, als auch längere Lagerung (optimal im Kühlschrank) und das Impfen sind in aller Regel sicher und problemlos. Als Impfart beim Laubholz wird meist die Einschnittmethode gewählt.
Die Stäbchen bzw. Dübelbrut wird meist über den Fachhandel erworben. Die Brut ist ungekühlt bis 10 Wochen ohne Probleme haltbar! Sie ist auch beim Impfen relativ unempfindlich, da das Myzel nicht nur an der Oberfläche haftet, sondern in den Dübel eingewachsen ist. Als Impfmethode beim Laubholz ist nur die Bohrlochmethode geeignet. Wichtig ist - egal welche Brut verwendet wird - dass sie weiß ist, angenehm nach Pilz duftet und keinerlei Schimmel (grün, blau) zu sehen ist. Lediglich Shiitakebrut bräunt nach einiger Zeit oberflächlich ab, im Inneren ist auch sie stets weiß.
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